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Die Gründung des Vereins unter der Bezeichnung ‘Judo-Club
Pforzheim’ wurde von den Anwesenden gebilligt.
In die Vorstandschaft wurden gewählt:
1. Vorstand Emil Gerstenäcker
Kassier Heinz Aeschbach
Schriftführer Helmuth Aydt
Dem Verein wird erst eine Halle zur Verfügung gestellt,
wenn er dem Badischen Sportbund angehört. Mit dem Trainingsbeginn
muß deshalb noch eine Weile gewartet werden.
Judo-Lehrer des neuen Vereins ist Herr Michael Simon.
Neben der Kursgebühr soll später noch ein Beitrag
erhoben werden.
Die Satzungen sollen noch ausgearbeitet werden und der Mitgliederversammlung
zu einem späteren Zeitpunkt zur Genehmigung vorgelegt
werden.
Die harmonisch verlaufene Gründungsversammlung war gegen
22.00 Uhr beendet.’
Der Schriftführer:
gez. Helmuth Aydt”
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Die Pionierzeit
Das Judo-Training begann 1955 auf einer gebrauchten
Ringermatte in der Brötzinger Börth-Halle. Das erste
große Trainingserlebnis hatten unsere damaligen Aktiven:
Schiebeling, Stumpp, Hoffmann, Maierhofer, Binder und S. Hirth
bei einem Lehrgang in Tailfingen, den Judo-Weltmeister Tokio
Hirano leitete.
Auf die Wettkampfebene wagte man sich erstmals
im März 1956 bei den Kreismeisterschaften in Karlsruhe.
Es gab dritte und vierte Plätze.
Mit den Nordbadischen Mannschaftsmeisterschaften
richtete der Judo-Club Pforzheim am 14.04.1957 in der Jahnhalle
zum ersten Mal eine Sportveranstaltung aus und im Mai des
gleichen Jahres bezog man in der Buckenberg-Schulturnhalle
ein neues Trainingsdomizil.
Die ersten Gürtelprüfungen wurden
im Dezember 1956 von dem – auch durch seine frühere
Rundfunkgymnastik bekannten – Stuttgarter Sportlehrer
Alfons Glucker abgenommen.
Die ersten Vereinsmeisterschaften fanden im
November 1958 auf Initiative des damaligen 1. Vorsitzenden
Rudi Maisenbacher statt.
In die Chronik der Vereinsmeister von 1958
– 1964 schrieb sich 5 Mal Manfred Schäfer, 4 Mal
Heinz Oberle, 3 Mal Siegfried Hirth, 2 Mal Werner Klittich,
Klaus Hauf und Armin Schwerdtfeger ein. Je einmal siegten
Rudi Müller, Kurt Ilginis und Kurt Hettl.
Auf geselligem Gebiet waren schon damals die
den Vereinsmeisterschaften folgenden Vereinsfeste gerne besuchte
Veranstaltungen mit schönen und bleibenden Erinnerungen.
Stolz war man auf unsere ersten DAN-Träger
in Pforzheim. Am 08.10.1961 bestanden Manfred Schäfer
und Rudi Müller ihren Schwarzgurt. Prüfer war der
damalige Bundestrainer Watanabe, der spätere Bundestrainer
und heutiges Ehrenmitglied Heiner Metzler sowie SK Schwiers
(PSV Mannheim) und der damalige Landesvorsitzende Willi Beck.
Unser Rudi Müller war auch lange Zeit
der erste Bundeskampfrichter aus unseren Reihen. Er war der
Initiator eines neuen Austragungsmodus für Wettkämpfe,
den der Deutsche Judo-Bund bei der Konferenz in Rio de Janeiro
vorstellte und das dann unter dem Namen ‘Brasilianisches
System’ auf der ganzen Welt bekannt und angewandt wurde.
Durch Erreichen des 1. DAN-Grades erlangten
Manfred Schäfer und Rudi Müller die Berechtigung,
Gürtelprüfungen im eigenen Verein abzuhalten. Unter
ihren damaligen Prüflingen befanden sich der spätere
VfR-Spieler Arno Müller sowie René Weller, der
einmal Boxeuropameister werden sollte.
Dem Judo-Sport treu blieben Manfred Schäfer
und Kurt Ilginis, die sich als Teilnehmer der Süddeutschen
Meisterschaften empfahlen. Bei der Jugend drängte Hermann
Meyer nach vorne. Er qualifizierte sich zwei Mal für
die Deutschen Jugendmeisterschaften. Einmal gelang dies auch
Michael Daub und Peter Seib.
Der Beginn von Freundschaftsbegegnungen war
im April 1961. Die Gegner hießen Heilbronn und Winterthur/Schweiz.
Im September 1962 folgte in Zweibrücken eine Begegnung
gegen Heusweiler/Saar, Worms, Zweibrücken und Boulogne-sur-Mer.
Der JCP belegte jeweils zweite Plätze.
Der Judo-Club Pforzheim empfahl sich 1962 erstmals
mit der Ausrichtung des ‘Judo-Goldstadt-Wanderpokal-Turniers’
in der Jahnhalle, die in den Folgejahren erstklassige Mannschaften
und spannende Kämpfe nach Pforzheim holte. Der von uns
gestiftete Wanderpokal blieb letztendlich beim ESV München.
Aus Freude über den Verbleib des schönen Pokals
wurden wir immer nach München zum ‘Oktoberfest-Turnier’
eingeladen. Viele freudige Erinnerungen verbinden uns mit
diesem Turnier, das unter der Regentschaft von Richard Unterburger
stand.
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Die Führungsriege
Emil Gerstenäcker, der die Gründungsversammlung
einberufen hatte, übernahm auch den Posten des 1. Vorsitzenden.
Er war es, der den Verein aus den Anfangsschwierigkeiten herausgeführt
hatte und Pionierarbeit leistete.
Nach dreijähriger Amtszeit wurde er von
Rudi Maisenbacher abgelöst, der in den folgenden acht
Jahren dem Verein wesentliche Impulse gab. Er war der Initiator
der ‘Goldstadt-Wanderpokalturniere’ in der Jahnhalle,
er begann mit den Vereinsmeisterschaften und ehrte die Sieger
beim anschließenden Vereinsfest. Der Verein wuchs auf
230 Mitglieder an. Es bildete sich unter dem damaligen, ideenreichen
Jugendleiter und späteren Vizepräsidenten Rudi Müller,
eine erfolgreiche Jugendmannschaft heraus.
Einen weiteren Wechsel im Vereinsvorsitz gab
es im November 1966. Der bisherige Schriftführer Manfred
Gauß wurde kommissarischer 1. Vorsitzender. Im Januar
1967 wurde er von der Mitgliederversammlung zum Präsidenten
und Geschäftsführer gewählt.
In dieser starken Position gelang es Manfred
Gauß durch aufopferungsvolle Tätigkeit, den Verein
zu einem der größten Fachvereine in Deutschland
mit teilweise 1.200 Mitgliedern werden zu lassen. Er gab dem
Verein ein eigenes Dojo und richtete mit seinem Team viele
Großveranstaltungen aus, die vom Deutschen Judo-Bund
als vorbildlich herausgestellt wurden.
Manfred Gauß führte 1974 die Judo-Stadtmeisterschaften
ein, die sich eines starken Zuspruchs erfreuen. Aufgrund der
ansteigenden Vereinsgröße wurde im gleichen Jahr
erstmals ein vom Vereinsfest getrenntes Schülerfest veranstaltet,
das mit 140 Schülern im damaligen ‘Hotel Martinsbau’
gleich ein voller Erfolg wurde.
Im Verein hat Manfred Gauß neben Judo
und Ju-Jutsu mit Taekwondo und Karate weitere Budo-Disziplinen
in den Verein integriert und Kendo ins Leben gerufen. Der
jüngste Spross, Aikido, kam 1987 hinzu.

Auf dem Vereinsfest vom 5. November 1977.
Von links: Horst Menz, langjähriger Vizepräsident
und späterer Bundeskampfrichterreferent, Rudi Maisenbacher,
JCP-Vorsitzender 1958-1966, Manfred Gauß, Vereinspräsident
und Geschäftsführer seit Nov. 1966, Robert Vetter,
langjähriger Verbandspräsident, späterer Präsident
des DJB und Ehrenmitglied, Willi Beck, früherer 1. Vorsitzender
des Judo-Verbandes Nordbaden und Emil Gerstenäcker, JCP-Vorsitzender
1955-1958
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